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B7

Therapeutische Metaphern und Geschichten

Seminarleitung: [Namen der Seminarleitung eintragen]

Umfang: 16 Ausbildungseinheiten à 45 Minuten (12 Zeitstunden)

In diesem Seminar stehen Aufbau, Gestaltung und therapeutischer Einsatz von Metaphern und Geschichten im Mittelpunkt. Die Teilnehmer*innen untersuchen anhand von Märchen und anderen Erzählformen, wodurch Geschichten therapeutische Suchprozesse, Perspektivenwechsel und Ressourcenaktivierung unterstützen können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Individualisierung: Sprache, Bilder, Werte, Interessen und biografische Bezüge der Patient*innen bilden den Ausgangspunkt für passende Geschichten. Behandelt werden klient*inneneigene und angebotene Metaphern, Stellvertretergeschichten, indirekte Kommunikation nach Milton H. Erickson und Mehrebenenkommunikation. Die Teilnehmer*innen üben das Erzählen in Trance sowie den Aufbau verschachtelter Geschichten (Embedded Metaphors). In einer Metaphernwerkstatt entwickeln sie eigene therapeutische Geschichten und prüfen deren Struktur, emotionale Stimmigkeit und Deutungsoffenheit. Dabei bleiben kulturelle Sensibilität, therapeutische Passung und die individuelle Resonanz der Patient*innen zentral.

Therapeutische Metaphern Geschichten entwickeln Milton-Sprache Embedded Metaphors Erzählen in Trance Individualisierung

Ausführliche Seminarbeschreibung

Inhalt⌄

Das Seminar vermittelt den Aufbau und die Strukturierung von Geschichten sowie die differenzierte Entwicklung und Anwendung therapeutischer Metaphern und Geschichten. Anhand von Märchen und anderen Erzählformen wird erarbeitet, was eine Geschichte zu einer therapeutisch wirksamen Metapher machen kann. Therapeutische Metaphern werden als Formen indirekter und mehrschichtiger Kommunikation verstanden, die neue Perspektiven eröffnen und Patient*innen eine individuelle Bedeutungsbildung ermöglichen. Wesentliche Gestaltungsprinzipien sind Deutungsoffenheit, strukturelle Passung, Beiläufigkeit, emotionale Beteiligung und die Anknüpfung an vorhandene Erfahrungen.

Unterschieden werden klient*inneneigene und therapeut*innenseitig angebotene Metaphern, symptom- und ressourcenbezogene Geschichten sowie Stellvertretergeschichten. Besonderes Gewicht liegt auf der Individualisierung: Ausgangspunkt sind Sprache, Bilder, Interessen, Ressourcen, Werte, Entwicklungsstand und kulturelle sowie biografische Bezüge der Patient*innen. Therapeutische Geschichten werden nicht als verschlüsselte Botschaften mit festgelegter Deutung vermittelt, sondern als wertschätzende Angebote, die persönliche Suchprozesse und neue Handlungsmöglichkeiten anregen können.

Erarbeitet werden die Funktionen und Einsatzmöglichkeiten therapeutischer Geschichten, insbesondere Exploration, Rapport und Vertrauensaufbau, indirekte Vermittlung von Ideen, Perspektivenwechsel, Ressourcenaktivierung, Trancebegleitung und Transfer. Die indirekte Kommunikation nach Milton H. Erickson unter Nutzung der Milton-Sprache sowie Mehrebenenkommunikation bilden einen weiteren Schwerpunkt. Die Teilnehmer*innen üben, Geschichten in Trance zu erzählen und verschachtelte Geschichten (Embedded Metaphors) aufzubauen, bei denen eine Erzählung in eine andere eingebettet ist. Indikation, Grenzen, zeitliche Platzierung und Passung im Therapieverlauf werden reflektiert; dabei wird auch geprüft, wann direkte und klare Kommunikation geeigneter ist.

Die Entwicklung individueller therapeutischer Geschichten erfolgt schrittweise: von Erzählaufbau und therapeutischem Anliegen über Problem- und Ressourcenstruktur sowie relevante Beziehungsmuster bis zur sprachlich und emotional stimmigen Ausgestaltung. Die Teilnehmer*innen lernen, Geschichten deutungsoffen, wertschätzend, kulturell sensibel und an die individuelle Lebenswelt und Belastbarkeit der Patient*innen angepasst zu gestalten. Nach dem Erzählen werden Resonanz, Bedeutung und mögliche Nichtpassung offen exploriert.

Zentrale Schwerpunkte

  • •Aufbau und Struktur von Geschichten, auch anhand von Märchen und Erzählbeispielen
  • •Merkmale, Funktionen und Wirkprinzipien therapeutischer Metaphern und Geschichten
  • •Individualisierung unter Einbezug klient*inneneigener Bilder, Sprache, Ressourcen und Lebenswelt
  • •Ericksonsche indirekte Kommunikation, Milton-Sprache und Mehrebenenkommunikation
  • •Erzählen von Metaphern in Trance; verschachtelte Geschichten (Embedded Metaphors)
  • •Eigenständige Konstruktion strukturell passender, wertschätzender und deutungsoffener Geschichten
  • •Indikation, Grenzen, kulturelle und entwicklungsbezogene Passung sowie Einsatz im Therapieverlauf
Lernergebnisse (Learning Outcomes)⌄

Nach Abschluss des Seminars können die Teilnehmer*innen die folgenden Kompetenzen in angeleiteten Übungen, Fallvignetten und Reflexionssequenzen zeigen:

Fachlich-kognitive Kompetenzen | Bewerten und Erschaffen

  • •den allgemeinen Aufbau einer Geschichte sowie Merkmale und Wirkprinzipien therapeutischer Metaphern (z. B. Deutungsoffenheit, strukturelle Passung und indirekte Kommunikation) erklären und auf Beispiele beziehen;
  • •Funktionen therapeutischer Geschichten in Bezug auf Rapport, Exploration, Ressourcenaktivierung, Trancebegleitung, Reframing und Transfer analysieren;
  • •klient*inneneigene und therapeut*innenseitig entwickelte Metaphern unterscheiden und ihre Chancen und Grenzen bewerten;
  • •die Passung einer Geschichte hinsichtlich Ziel, Problem- und Ressourcenstruktur, Lebenswelt, Entwicklungsstand, Beziehung und emotionaler Intensität beurteilen;
  • •eine eigenständige, individualisierte, strukturell passende und deutungsoffene therapeutische Geschichte entwickeln;
  • •Indikation und Grenzen von Geschichten und Metaphern im Therapieverlauf beurteilen und entscheiden, wann direkte Kommunikation vorzuziehen ist..

Klinisch-praktische Kompetenzen | handlungsorientiert und beobachtbar

  • •Bilder, Sprache und Metaphern der Patient*innen aufnehmen und für die individualisierte Entwicklung von Geschichten nutzen;
  • •eine kurze, wertschätzende therapeutische Geschichte oder Stellvertretergeschichte ziel- und kontextbezogen erfinden und erzählen;
  • •eine verschachtelte Geschichte (Embedded Metaphor) planen, strukturiert erzählen und die verschiedenen Erzählebenen nachvollziehbar abschließen;
  • •indirekte Kommunikation und Elemente der Milton-Sprache bei der Erzählung therapeutischer Geschichten in Trance angemessen anwenden;
  • •nach einer Geschichte offen nach Resonanz, individueller Bedeutung und Nichtpassung fragen, ohne eine bestimmte Deutung vorzugeben;
  • •Geschichten auf Grundlage von Rückmeldungen, Lebenswelt und Entwicklungsstand der Patient*innen anpassen, kürzen oder verändern.

Professionell-affektive und relationale Kompetenzen | Werte organisieren und konsistent umsetzen

  • •die Sprache, Bilder, Werte, Ressourcen und kulturellen Bezüge der Patient*innen als vorrangige Grundlage der Gestaltung wertschätzen;
  • •die eigene therapeutische Absicht und persönliche Vorlieben für bestimmte Geschichten kritisch reflektieren;
  • •individuelle Deutungen offenlassen und überraschende oder ausbleibende Resonanz wertschätzend aufnehmen;
  • •emotionale Reaktionen aufmerksam wahrnehmen und Erzähltempo, Intensität und Vorgehen responsiv anpassen;
  • •in Gestaltung, Anwendung und Reflexion wertschätzend, autonomiefördernd und kulturell sensibel handeln
Lehr- und Lerndesign⌄

Das Seminar folgt dem gemeinsamen kompetenzorientierten Grunddesign des Curriculums: Fachinput, Analyse von Märchen und Erzählbeispielen, Demonstration, praxisbezogene Fallbeispiele, angeleitete Selbsterfahrung, praktische Übungen in Dyaden oder Triaden, strukturierte Beobachtung, Feedback und Transfer auf klinische Situationen. Theorie und Praxis werden fortlaufend miteinander verschränkt.

  • •Analyse des Aufbaus von Geschichten und der Merkmale therapeutischer Metaphern anhand konkreter Beispiele;
  • •Sammlung klient*inneneigener Bilder und Entwicklung individualisierter therapeutischer Geschichten anhand von Fallbeispielen;
  • •Metaphernwerkstatt: von Fallmaterial und therapeutischem Anliegen zur strukturell passenden Geschichte;
  • •Erzählübungen auch in Trance und mit verschachtelten Geschichten; Feedback zu Sprache, Tempo, Wertschätzung und Deutungsoffenheit;
  • •Reflexion von Indikation und Grenzen: direkte Kommunikation, metaphorische Intervention oder bewusster Verzicht.
Formative Kompetenzüberprüfung und Lerntransfer⌄

Die Kompetenzüberprüfung erfolgt formativ, ohne Benotung und ohne zusätzliche Abschlussprüfung. Sie dient dazu, den individuellen Lernstand sichtbar zu machen, konkrete nächste Lernschritte abzuleiten und die Teilnehmer*innen auf die Anwendung unter Supervision vorzubereiten.

  • •Entwurf und mündliche Präsentation einer individualisierten therapeutischen Geschichte zu einer Fallvignette;
  • •Peer-Review anhand von Erzählstruktur, individueller Passung, Wertschätzung, Deutungsoffenheit und kultureller Sensibilität;
  • •Überarbeitung der Geschichte auf Basis des Feedbacks mit kurzer Begründung der Gestaltungsentscheidungen.
Regelung zur Anwesenheit⌄

Für die Ausstellung einer Teilnahmebestätigung ist die Anwesenheit während des gesamten Seminars erforderlich. Eine Abwesenheit im Umfang von höchstens zwei Ausbildungseinheiten zu je 45 Minuten, insgesamt somit höchstens 90 Minuten, ist zulässig. Verspätetes Erscheinen, vorzeitiges Verlassen und vorübergehende Abwesenheiten werden zusammengerechnet und im Rahmen der Anwesenheitsdokumentation erfasst.

Bei einer darüber hinausgehenden Abwesenheit kann für das Seminar keine Teilnahmebestätigung ausgestellt werden. Eine Kompensation durch Ersatzleistungen, schriftliche Arbeiten, zusätzliche Supervision oder den nachträglichen Besuch einzelner Seminarteile ist nicht möglich. Das Seminar ist im nächsten angebotenen Curriculum vollständig zu wiederholen.

Literaturempfehlung⌄
  • •Lankton, C., & Lankton, S. (1991). Geschichten mit Zauberkraft: Die Arbeit mit Metaphern in der Psychotherapie. Pfeiffer.
  • •Revenstorf, D., Peter, B. & Rasch, B. (Hrsg.) (2023). Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Manual für die Praxis (4. Aufl.). Springer. Besonders relevant: Kap. 15 therapeutische Geschichten und Metaphern; Kap. 17 Stellvertretertechnik; ergänzend Kap. 16 Reframing und Kap. 54 Humor und Hypnotherapie.
  • •Wallas, L. (1985). Stories for the Third Ear: Using Hypnotic Fables in Psychotherapy. W. W. Norton.
  • •Wirl, Ch. (2018). Die Macht der Metaphern: Ihr kompetenter Einsatz in der hypnotherapeutischen Kommunikation. In A. Kaiser Rekkas (Hrsg.), Hypnose und Hypnotherapie: Manual für Praxis, Fortbildung und Lehre. Carl-Auer.
  • •Skript zum Seminar B7.
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Frau Dr. Charlotte Wirl

Seminar auf einen Blick

Datum 05.05.2028 – 06.05.2028
Ort Milton Erickson Gesellschaft Austria
Josefstädter Straße 11/24
1080 Wien
Preis EUR 340,00 – 420,00
MwSt inkl.
Freie Plätze 6
Anmeldeschluss 14.04.2028 23:55

Seminarzeiten und Ablauf

Datum Zeit Beschreibung
05.05.2028 14:00 – 20:30 Tag 1 - Therapeutische Metaphern und Geschichten
06.05.2028 09:00 – 17:30 Tag 2 - Therapeutische Metaphern und Geschichten
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Kontaktdaten
  • AdresseJosefstädterstrasse 11 1080 Wien Österreich

  • Telefon+43 (0) 660 577 90 09

  • email office@hypno-mega.at

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