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B3

Indirekte Kommunikation und Induktion

Seminarleitung: [Namen der Seminarleitung eintragen]

Umfang: 16 Ausbildungseinheiten à 45 Minuten (12 Zeitstunden)

Das Seminar beschäftigt sich mit der Wirkung von Sprache auf Aufmerksamkeit, Bedeutung und therapeutische Veränderungsprozesse. Direkte und indirekte Suggestionen werden hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Grenzen und situativen Angemessenheit untersucht. Die Teilnehmer*innen lernen, sprachliche Muster mit dem Meta-Modell zu präzisieren und mit Elementen des Milton-Modells offene, individuelle Suchprozesse anzuregen. Behandelt werden unter anderem Einstreutechniken, Implikationen, Präsuppositionen, Negationen, Wahlmöglichkeiten und die Gestaltung von Unwillkürlichkeit. In praktischen Übungen werden indirekte Tranceinduktionen und ressourcenorientierte sprachliche Zukunftsperspektiven entwickelt. Besondere Aufmerksamkeit gilt unbeabsichtigten negativen Suggestionen und möglichen Nocebo-Effekten. Die therapeutische Kommunikation soll transparent, verständlich und an den Reaktionen der Patient*innen orientiert bleiben. Dabei werden Eigenständigkeit, Einwilligung und Wahlfreiheit auch bei indirekten Vorgehensweisen ausdrücklich berücksichtigt.

Indirekte Suggestionen Milton-Modell Meta-Modell Einstreutechniken Indirekte Induktion Ethik & Sprache

Ausführliche Seminarbeschreibung

Inhalt⌄

Das Seminar untersucht die Wechselwirkung von Sprache, Aufmerksamkeit, Bedeutung und Wirklichkeit. Direkte und indirekte Suggestionen werden als unterschiedliche Formen therapeutischer Kommunikation verstanden, deren Angemessenheit von Ziel, Kontext, Beziehung, Person und Transparenz abhängt. Indirektheit ist weder grundsätzlich schonender noch automatisch Erickson’sch; sie ist dann hilfreich, wenn sie Wahlmöglichkeiten erweitert, Suchprozesse anregt und die individuelle Lösungsbildung unterstützt.

Das Meta-Modell wird als Instrument zur Präzisierung, Differenzierung und Erweiterung sprachlich verengter Beschreibungen eingeführt. Das Milton-Modell wird als Sammlung bewusst offener, mehrdeutiger oder beiläufiger Sprachformen vermittelt, die innere Suchprozesse und individuelle Bedeutungsbildung ermöglichen können. Behandelt werden unter anderem offene Suggestionen, Implikationen, Präsuppositionen, eingebettete Angebote, Einstreutechniken, Negationen, Zeitformen, Wahlmöglichkeiten und die sprachliche Gestaltung von Unwillkürlichkeit. Die Begriffe werden pragmatisch genutzt; sie begründen keine eigenständige wissenschaftlich bestätigte Persönlichkeitstypologie.

Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf dem Kontext und den unbeabsichtigten Wirkungen von Sprache. Die Teilnehmer*innen analysieren Nocebo-ähnliche Formulierungen, negative Erwartungsinduktionen und unklare oder manipulative Kommunikationsmuster. Indirekte Kommunikation wird daher mit Aufklärung, Einwilligung, therapeutischer Zielsetzung und der laufenden Überprüfung von Wirkung verbunden. Patient*innen sollen nicht durch sprachliche Kunstgriffe übergangen werden; vielmehr werden ihre Reaktionen und Rückmeldungen zum zentralen Kriterium der Anpassung.

Praktisch werden indirekte Tranceinduktionen, Einstreuungen und sprachlich gestaltete Zukunftsorientierungen erprobt. Die formale hypnotische Zukunftsprogression als zeitbezogenes Tranceverfahren wird in B5 vertieft; in B3 geht es vor allem darum, zukünftige Möglichkeiten sprachlich offen und ressourcenorientiert zu entwickeln. Die Problem-Trance-Exduktion wird als Ausblick benannt, aber erst in B6 im Rahmen strategischer und symptomorientierter Verfahren systematisch bearbeitet.

Zentrale Schwerpunkte

  • •Sprache, Aufmerksamkeit und Wirklichkeitskonstruktion
  • •direkte und indirekte Suggestionen
  • •Meta-Modell und Milton-Modell in pragmatischer Anwendung
  • •Einstreutechniken, Implikationen, Präsuppositionen und offene Suggestionen
  • •indirekte Induktionen und sprachliche Zukunftsorientierung
  • •ethische Transparenz und Vermeidung unbeabsichtigter negativer Suggestionen
Lernergebnisse (Learning Outcomes)⌄

Nach Abschluss des Seminars können die Teilnehmer*innen die folgenden Kompetenzen in angeleiteten Übungen, Fallvignetten und Reflexionssequenzen zeigen:

Fachlich-kognitive Kompetenzen | Anwenden und Analysieren

  • •direkte und indirekte Suggestionen nach Form, Funktion, Kontext und möglichen Wirkungen unterscheiden;
  • •sprachliche Tilgungen, Generalisierungen, Vorannahmen und Bedeutungsverengungen in Fallbeispielen analysieren;
  • •Elemente des Meta-Modells und Milton-Modells anhand konkreter Äußerungen erkennen und ihre therapeutische Funktion begründen;
  • •unbeabsichtigte negative Suggestionen, Nocebo-Kommunikation und manipulative Sprachmuster identifizieren;
  • •für eine klinische Situation entscheiden, ob eine direkte, indirekte oder kombinierte Kommunikation angemessener erscheint.

Klinisch-praktische Kompetenzen | handlungsorientiert und beobachtbar

  • •präzisierende und öffnende Fragen so formulieren, dass Erfahrung differenziert wird, ohne die Patient*innen zu bedrängen;
  • •offene und indirekte Suggestionen aus Sprache, Metaphern und Ressourcen der Patient*innen entwickeln;
  • •eine kurze indirekte Tranceinduktion mit Einstreuungen und Wahlmöglichkeiten durchführen;
  • •eine problemverstärkende oder unbeabsichtigt negative Formulierung in eine realistische, respektvolle und ressourcenorientierte Alternative übertragen;
  • •sprachliche Zukunftsorientierung gestalten, ohne ein bestimmtes Ergebnis vorzugeben.

Professionell-affektive und relationale Kompetenzen | Wertschätzen und beginnendes Organisieren professioneller Werte

  • •die Wirkung eigener Sprache aufmerksam beobachten und Verantwortung für missverständliche oder einengende Formulierungen übernehmen;
  • •die Autonomie der Patient*innen auch bei indirekter Kommunikation sichtbar wahren;
  • •Verständlichkeit und therapeutische Passung höher gewichten als sprachliche Virtuosität;
  • •Unsicherheit darüber aushalten, welche individuelle Bedeutung eine Suggestion erhält, und diese gemeinsam überprüfen;
  • •Rückmeldung zu erlebter Direktheit, Druck oder Wahlfreiheit respektvoll aufnehmen und das Vorgehen anpassen.
Lehr- und Lerndesign⌄

Das Seminar folgt dem gemeinsamen kompetenzorientierten Grunddesign des Curriculums: Fachinput, Demonstration, angeleitete Selbsterfahrung, praktische Übung in Dyaden oder Triaden, strukturierte Beobachtung, Feedback und Transfer auf klinische Situationen. Theorie und Praxis werden fortlaufend miteinander verschränkt.

  • •Analyse von Original- und Übungssätzen nach sprachlicher Form und möglicher Wirkung;
  • •Umformulierung direkter, negativer oder einengender Suggestionen;
  • •Triadenübungen zu Meta-Modell, Milton-Modell und Einstreutechniken;
  • •Demonstration und Übung einer indirekten Induktion;
  • •Ethik- und Kontextreflexion zu Transparenz, Einwilligung und manipulativer Wirkung.
Formative Kompetenzüberprüfung und Lerntransfer⌄

Die Kompetenzüberprüfung erfolgt formativ, ohne Benotung und ohne zusätzliche Abschlussprüfung. Sie dient dazu, den individuellen Lernstand sichtbar zu machen, konkrete nächste Lernschritte abzuleiten und die Teilnehmer*innen auf die Anwendung unter Supervision vorzubereiten.

  • •Analyse einer kurzen Transkriptsequenz mit Kennzeichnung sprachlicher Muster und möglicher Wirkungen;
  • •beobachtete indirekte Induktionssequenz mit Kriterien zu Wahlfreiheit, Anschlussfähigkeit und Klarheit;
  • •Transferaufgabe: Entwicklung dreier unterschiedlicher sprachlicher Angebote für dieselbe Fallvignette.
Regelung zur Anwesenheit⌄

Für die Ausstellung einer Teilnahmebestätigung ist die Anwesenheit während des gesamten Seminars erforderlich. Eine Abwesenheit im Umfang von höchstens zwei Ausbildungseinheiten zu je 45 Minuten, insgesamt somit höchstens 90 Minuten, ist zulässig. Verspätetes Erscheinen, vorzeitiges Verlassen und vorübergehende Abwesenheiten werden zusammengerechnet und im Rahmen der Anwesenheitsdokumentation erfasst.

Bei einer darüber hinausgehenden Abwesenheit kann für das Seminar keine Teilnahmebestätigung ausgestellt werden. Eine Kompensation durch Ersatzleistungen, schriftliche Arbeiten, zusätzliche Supervision oder den nachträglichen Besuch einzelner Seminarteile ist nicht möglich. Das Seminar ist im nächsten angebotenen Curriculum vollständig zu wiederholen.

Literaturempfehlung⌄
  • •Revenstorf, D., Peter, B. & Rasch, B. (Hrsg.) (2023). Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Manual für die Praxis (4. Aufl.). Springer. Besonders relevant: Kap. 8 Kontext und Wirkung von Suggestionen; Kap. 12 indirekte Induktion und Kommunikation; ergänzend Kap. 14 posthypnotische Aufgabe.
  • •Skript zum Seminar B3.
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Frau Monika Widauer-Scherf

Seminar auf einen Blick

Datum 12.11.2027 – 13.11.2027
Ort Milton Erickson Gesellschaft Austria
Josefstädter Straße 11/24
1080 Wien
Preis EUR 340,00 – 420,00
MwSt inkl.
Freie Plätze 14
Anmeldeschluss 29.10.2027 23:55

Seminarzeiten und Ablauf

Datum Zeit Beschreibung
12.11.2027 14:00 – 20:30 Tag 1 - Indirekte Kommunikation und Induktion
13.11.2027 09:00 – 17:30 Tag 2 - Indirekte Kommunikation und Induktion
Milton Erickson Gesellschaft Austria
Kontaktdaten
  • AdresseJosefstädterstrasse 11 1080 Wien Österreich

  • Telefon+43 (0) 660 577 90 09

  • email office@hypno-mega.at

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