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B5

Nutzung von Trancephänomenen II: (Re-)Orientierung in der Zeit

Seminarleitung: [Namen der Seminarleitung eintragen]

Umfang: 16 Ausbildungseinheiten à 45 Minuten (12 Zeitstunden)

Im Mittelpunkt des Seminars stehen zeitbezogene hypnotherapeutische Verfahren wie Altersregression, Affektbrücke, Zukunftsprogression, Change-History- und Timeline-Techniken. Die Teilnehmer*innen lernen, subjektive Erinnerungs-, Körper- und Beziehungserfahrungen ressourcenorientiert zu bearbeiten und neue Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der rekonstruktiven Natur des Gedächtnisses: Hypnotisch erlebte Erinnerungen werden nicht als Beweis historischer Ereignisse betrachtet. Suggestive Befragung, vermeintliche Gewissheit und mögliche Risiken werden kritisch reflektiert. Praktische Übungen umfassen Ressourcenaktivierung, imaginative Nachversorgung belasteter Selbstanteile und eine behutsame Orientierung auf künftige Handlungsmöglichkeiten. Außerdem erhalten die Teilnehmer*innen einen begrenzten Einblick in stabilisierungsorientierte Arbeit bei traumabezogenen Erfahrungen. Indikationen, Kontraindikationen, die Vermeidung von Überflutung und eine sichere Rückkehr in die Gegenwart stehen dabei stets im Vordergrund.

Altersregression Affektbrücke Zukunftsprogression Timeline & Change History Gedächtnis & Suggestion Sicherheit

Ausführliche Seminarbeschreibung

Inhalt⌄

Das Seminar vermittelt Grundlagen zeitbezogener hypnotherapeutischer Arbeit. Altersregression, Affektbrücke, Zukunftsprogression, Change-History- und Timeline-Techniken werden als Verfahren verstanden, mit denen subjektive Erfahrungen, Bedeutungen, Ressourcen und zukünftige Handlungsmöglichkeiten reorganisiert werden können. Im Mittelpunkt steht nicht die Rekonstruktion einer objektiv gesicherten Vergangenheit, sondern die therapeutische Bearbeitung gegenwärtig wirksamer Erinnerungs-, Körper- und Beziehungserfahrungen.

Ein eigener Schwerpunkt gilt der Funktionsweise des Gedächtnisses. Erinnerungen sind rekonstruktiv, kontextabhängig und durch Erwartungen, Fragen und Suggestionen beeinflussbar. Hypermnesie und hypnotische Regression erhöhen nicht verlässlich die historische Genauigkeit. Die Teilnehmer*innen lernen daher, suggestive Befragungen, vorschnelle Bestätigungen und die Erzeugung vermeintlicher Gewissheit zu vermeiden. Erlebte Bilder, Szenen oder Körperempfindungen werden als subjektiv bedeutsame Erfahrung behandelt, nicht als Beweis für tatsächliche Ereignisse.

Ressourcenorientierte Veränderung schwieriger Lebenserfahrungen umfasst die Aktivierung damaliger und heutiger Bewältigungsmöglichkeiten, korrigierende innere Beziehungserfahrungen und die Unterstützung belasteter oder bedürftiger Selbstanteile. Konzepte wie „Parenting“ werden als imaginative, therapeutisch gerahmte Nachversorgung verstanden. Teilearbeit wird von anderen Teilekonzepten abgegrenzt und an Einwilligung, Stabilität, Ziel und Integrationsfähigkeit gebunden.

Das Seminar gibt einen begrenzten Einblick in ressourcen- und stabilisierungsorientierte hypnotherapeutische Arbeit bei traumabezogenen Erfahrungen. Es vermittelt keine eigenständige Qualifikation zur komplexen Traumabehandlung. Indikation, Kontraindikation, Dosierung, Schutz vor Überflutung, sichere Rückkehr in die Gegenwart und die Notwendigkeit weiterführender Traumakompetenz werden ausdrücklich behandelt. Zukunftsprogression und Transfer dienen dazu, neue Erfahrungen in realistische nächste Schritte und eine stärkere Orientierung im gegenwärtigen Alltag zu überführen.

Zentrale Schwerpunkte

  • •Altersregression, Affektbrücke und Zukunftsprogression
  • •Change-History- und Timeline-Techniken
  • •rekonstruktive Gedächtnisprozesse und Risiko falscher Gewissheit
  • •ressourcenorientierte Veränderung belastender Lebenserfahrungen
  • •Unterstützung belasteter Selbstanteile und imaginative Nachversorgung
  • •Einblick in stabilisierungsorientierte Traumaarbeit, klare Grenzen und Sicherheit
  • •Amnesie, Hypermnesie, Gegenwartsorientierung und Transfer
Lernergebnisse (Learning Outcomes)⌄

Nach Abschluss des Seminars können die Teilnehmer*innen die folgenden Kompetenzen in angeleiteten Übungen, Fallvignetten und Reflexionssequenzen zeigen:

Fachlich-kognitive Kompetenzen | Analysieren und Bewerten

  • •Altersregression, Affektbrücke, Zukunftsprogression, Change History und Timeline nach Ziel und Vorgehensweise unterscheiden;
  • •die rekonstruktive Natur des Gedächtnisses sowie den Einfluss von Suggestion und Erwartung erklären;
  • •Risiken suggestiver Befragung, Konfabulation und falscher Gewissheit in Fallbeispielen erkennen;
  • •Indikationen, Kontraindikationen und notwendige Sicherheitsbedingungen zeitbezogener und traumabezogener Arbeit bewerten;
  • •entscheiden, wann ressourcenorientierte Arbeit, Stabilisierung, Supervision, weiterführende Traumakompetenz oder der Verzicht auf Regression angezeigt ist;
  • •eine zeitbezogene Intervention mit Vorbereitung, Dosierung, Gegenwartsorientierung und Transfer planen.

Klinisch-praktische Kompetenzen | handlungsorientiert und beobachtbar

  • •eine ressourcenorientierte Altersregression oder Affektbrücke unter enger Beachtung von Ziel, Stabilität und Wahlmöglichkeiten anleiten;
  • •Fragen und Suggestionen so formulieren, dass subjektives Erleben exploriert wird, ohne historische Tatsachen zu behaupten;
  • •eine belastete Erfahrung durch Ressourcenaktivierung und imaginative Nachversorgung vorsichtig bearbeiten;
  • •eine kurze Zukunftsprogression gestalten und in konkrete nächste Schritte zurückübersetzen;
  • •Anzeichen von Überflutung, Desorientierung oder zunehmender Dissoziation erkennen und durch Verlangsamung, Gegenwartsorientierung und Reorientierung beantworten;
  • •die Grenzen einer Grundübung transparent benennen und eine Weiterarbeit unter Supervision vorbereiten.

Professionell-affektive und relationale Kompetenzen | Werte organisieren

  • •Sicherheit, Nichtschädigung und Autonomie in Übungen erkennbar über Vollständigkeit oder Intensität der Bearbeitung stellen;
  • •die subjektive Bedeutung von Erinnerungen respektieren, ohne sie als objektiv wahr zu bestätigen;
  • •eigene Neugier, Rettungsimpulse oder den Wunsch nach einer „Ursache“ wahrnehmen und regulieren;
  • •bei emotionaler Aktivierung präsent, langsam, transparent und responsiv bleiben;
  • •die Grenzen der eigenen Kompetenz anerkennen und Supervision beziehungsweise weiterführende Qualifikation aktiv einbeziehen.
Lehr- und Lerndesign⌄

Das Seminar folgt dem gemeinsamen kompetenzorientierten Grunddesign des Curriculums: Fachinput, Demonstration, angeleitete Selbsterfahrung, praktische Übung in Dyaden oder Triaden, strukturierte Beobachtung, Feedback und Transfer auf klinische Situationen. Theorie und Praxis werden fortlaufend miteinander verschränkt.

  • •Fachinput zu Gedächtnis, Suggestibilität, Regression und traumabezogener Sicherheit;
  • •Demonstration einer ressourcenorientierten zeitbezogenen Intervention;
  • •Übungen zu Affektbrücke, Zukunftsprogression und imaginativer Nachversorgung mit abgestufter Intensität;
  • •Fallvignetten zu Indikation, Kontraindikation und Abbruchkriterien;
  • •Sprachanalyse: offene Exploration versus suggestive oder bestätigende Befragung.
Formative Kompetenzüberprüfung und Lerntransfer⌄

Die Kompetenzüberprüfung erfolgt formativ, ohne Benotung und ohne zusätzliche Abschlussprüfung. Sie dient dazu, den individuellen Lernstand sichtbar zu machen, konkrete nächste Lernschritte abzuleiten und die Teilnehmer*innen auf die Anwendung unter Supervision vorzubereiten.

  • •schriftliche Kurzbegründung der Indikationsentscheidung für eine Fallvignette;
  • •beobachtete Übungssequenz mit besonderem Fokus auf Sicherheit, Sprache und Gegenwartsorientierung;
  • •Reflexion der eigenen Reaktion auf Nichtwissen, emotionale Aktivierung und Grenzen.
Regelung zur Anwesenheit⌄

Für die Ausstellung einer Teilnahmebestätigung ist die Anwesenheit während des gesamten Seminars erforderlich. Eine Abwesenheit im Umfang von höchstens zwei Ausbildungseinheiten zu je 45 Minuten, insgesamt somit höchstens 90 Minuten, ist zulässig. Verspätetes Erscheinen, vorzeitiges Verlassen und vorübergehende Abwesenheiten werden zusammengerechnet und im Rahmen der Anwesenheitsdokumentation erfasst.

Bei einer darüber hinausgehenden Abwesenheit kann für das Seminar keine Teilnahmebestätigung ausgestellt werden. Eine Kompensation durch Ersatzleistungen, schriftliche Arbeiten, zusätzliche Supervision oder den nachträglichen Besuch einzelner Seminarteile ist nicht möglich. Das Seminar ist im nächsten angebotenen Curriculum vollständig zu wiederholen.

Literaturempfehlung⌄
  • •Revenstorf, D., Peter, B. & Rasch, B. (Hrsg.) (2023). Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Manual für die Praxis (4. Aufl.). Springer. Besonders relevant: Kap. 18 Altersregression, Zukunftsprogression und Amnesie; ergänzend Kap. 19 Hypnoanalyse; Kap. 33 Posttraumatische Belastungsstörung; Kap. 34 Dissoziative Identitätsstörung.
  • •Skript zum Seminar B5.
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Frau Susanne Hausleithner-Jilch

Seminar auf einen Blick

Datum 03.03.2028 – 04.03.2028
Ort Milton Erickson Gesellschaft Austria
Josefstädter Straße 11/24
1080 Wien
Preis EUR 340,00 – 420,00
MwSt inkl.
Freie Plätze 6
Anmeldeschluss 11.02.2028 23:55

Seminarzeiten und Ablauf

Datum Zeit Beschreibung
03.03.2028 14:00 – 20:30 Tag 1 - Nutzung von Trancephänomenen II: Reorientierung in der Zeit
04.03.2028 09:00 – 17:30 Tag 2 - Nutzung von Trancephänomenen II: Reorientierung in der Zeit

 

Milton Erickson Gesellschaft Austria
Kontaktdaten
  • AdresseJosefstädterstrasse 11 1080 Wien Österreich

  • Telefon+43 (0) 660 577 90 09

  • email office@hypno-mega.at

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