Bewusstseinsmedizin: Die Macht der Vorstellung über Gesundheit und Krankheit

Bewusstseinsmedizin: Die Macht der Vorstellung über Gesundheit und Krankheit
Beginnt am Fr, 18. September 2020 Endet am Sa, 19. September 2020
Seminar-Beschreibung

Angeboten wird ein Praxis-Workshop mit Einführung in die Theorie zu den Mechanismen von Placebos und Nocebos in der Medizin anhand von psychogenen Heilungs- und Todesphänomenen. Ziel ist es, den TeilnehmerInnen einen Einblick in die hypnotherapeutische Arbeit zur Vermeidung des Nocebo-Effekts mit Unterstützung und Stärkung der Immunabwehr, Wundheilung und Schmerzlinderung zu geben: In Trance dem Immunsystem Mut zusprechen. Zentral ist die Schöpfung einer persönlichen Selbstheilungsgeschichte hin zur Gesundheit unter Verwendung eines bewusstseinsmedizinischen Ansatzes (SDE-Methode – s.u.) mit verschiedenen meditativen/hypnotherapeutischen Techniken. Die Anwendung dynamisch geführter Vorstellungen unter Hypnose wird von den TeilnehmerInnen selbst erlebt und dabei erlernt. Im Fokus des Workshops steht gegenseitiges üben in der Kleingruppe nach Demonstration.

Die praktische SechsDramaturgischeElemente (SDE) Methode stützt sich auf evidenzbasierte Elemente der Hypnose, der Entspannungs- und Stressreaktionen, der Algesiologie und der salutogenetischen / psychoneuroimmunologischen Forschung. Die Methode wurde an Hand von Fallbeispielen aus meiner Praxis hergeleitet, spezifische Anleitungen werden im Workshop erläutert und in Paarübungen von den TeilnehmerInnen selbst erlebt und dabei erlernt. Das Einbringen eigener Erfahrungen und Fälle ist selbstverständlich willkommen (fakultativ).

Der Workshop soll den TeilnehmerInnen die hypnotherapeutischen Werkzeuge beibringen, die für die Erstellung einer persönlichen Selbstheilungsgeschichte in Trance notwendig und hinreichend sind.

  • Theorie-Teil 1: Der Nocebo-Effekt §

Die Mechanismen von Nocebos in der Medizin werden erklärt. Unerklärliche Nocebo-Effekte und Todesursachen haben Rechtsmediziner und Pathologen seit jeher beschäftigt. Der psychogene Tod ist als Phänomen seit über einem Jahrhundert in der medizinischen Literatur dokumentiert: Information kann töten. Es bedarf einer vertieften wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Phänomen plötzlicher Todesfälle unter psychischen Belastungen (Schmid 2009). Der psychogene Tod ist der wohl am besten bekannte Ausdruck des Nocebo-Effekts, wenn auch in extremster Form.

Kein psychologischer Einfluss auf den Körper kann größer sein als jener, der den Tod herbeiführt. Ausgelöst durch psychische Beeinflussung, verstärkt durch die Vorstellungskraft und vollzogen durch die eigene Physiologie: Der so genannte psychogene Tod stellt das dramatischste Beispiel für die Macht der inneren Bilderwelt und der Sprache über das menschliche Leben dar. Das Spektrum der umschriebenen Todesphänomene reicht vom Voodoo-, Tabu- und Heimweh-Tod bis hin zu plötzlichen unerwarteten oder aussergewöhnlichen Todesfällen (SUDS/AGT). Eine eingehende Literaturrecherche ermöglicht einen ausführlichen Überblick über den aktuellen Stand der medizinischen Forschung und zeichnet ein strukturiertes Bild der psychogenen Auslöser und des Verlaufs des plötzlichen, unerwarteten Todes. Erst durch die kritische Bewertung der Fakten und Anekdoten über psychogene Todesfälle, unterlegt mit neuen Daten zu den wissenschaftlichen Grundlagen, können zahlreiche dokumentierte Beispiele weitgehend unerforschter Aspekte des Tabuthemas Tod behandelt sowie die Charakteristika psychogener Todesarten spezifiziert werden.

Die Wechselwirkung soziopsychologischer und psychobiologischer Faktoren beim Tod durch Vorstellungskraft ist belegt, obwohl über den genauen physiologischen Wirkmechanismus noch spekuliert wird. Psychodynamisch gesprochen bringen die tragischen Konstellationen einer Art Todestrieb (S. Freud) oder einer Art Todesarchetypus (C.G. Jung) einen normalen, aber entsprechend eingestellten Menschen in einen hypnotisch veränderten, außergewöhnlichen Bewusstseinszustand (M.H. Erickson), der schließlich in den psychogenen Tod mündet. Diese exorbitant negative, gespannte (bewusste) Erwartungshaltung treibt den verzweifelten Menschen in eine (unbewusste) krankmachende Käfigsituation, die charakterisiert ist durch Gefühle von Hilf- und Hoffnungslosigkeit und emotionaler Isolation ohne erkennbaren Ausweg, was ihn zusätzlich resignieren lässt. Der Nocebo-Effekt ist wohl der am besten bekannten Ausdruck einer Käfigsituation.

  • Theorie-Teil 2: Der Placebo-Effekt §

Die Mechanismen von Placebos in der Medizin werden erklärt. Aussergewöhnliche Heilungsphänomene haben Mediziner ebenfalls seit jeher beschäftigt. Die psychogene Heilung ist als Faktum seit über einem Jahrhundert in der medizinischen Literatur dokumentiert: Information kann heilen. Es bedarf einer vertieften wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Phänomen Heilung unter autopsychischen Einfluss (Schmid 2010). Letztendlich ist jede Heilung eine Selbstheilung.

Insofern als kein psychologischer Einfluss auf den Körper größer als jener sein kann, der den Tod herbeiführt, liegt es auf der Hand, dass die Selbstheilung durch Vorstellungskraft sich aus der Tatsache des psychogenen Todes logisch schliessen lässt. Ausgelöst durch psychische Beeinflussung, verstärkt durch die Vorstellungskraft und vollzogen durch die eigene Physiologie: Die sogenannte psychogene Heilung stellt ein dramatisches Beispiel für die Macht der inneren Bilderwelt und der Sprache über das menschliche Leben dar. Das Spektrum der umschriebenen Selbstheilungsphänomene reicht von Hypnose-, Placebo- und Tempel-Heilung bis hin zur Psychoneuroimmunologie und Neurobiologie der Psychotherapie. Eine eingehende Literaturrecherche ermöglicht einen ausführlichen Überblick über den aktuellen Stand der medizinischen Forschung und zeichnet ein strukturiertes Bild der psychogenen Auslöser und des Verlaufs der psychogenen Heilung. Erst durch die kritische Bewertung der Fakten und Anekdoten über psychogene Heilungsfälle, unterlegt mit neuen Daten zu den wissenschaftlichen Grundlagen, können zahlreiche dokumentierte Beispiele weitgehend unerforschter Aspekte des umstrittenen Themas Selbstheilung behandelt sowie die Charakteristika psychogener Heilungsarten spezifiziert werden.

Die Wechselwirkung soziopsychologischer und psychobiologischer Faktoren bei Heilung durch Vorstellungskraft ist belegt, obwohl über den genauen physiologischen Wirkmechanismus noch spekuliert wird. Psychodynamisch gesprochen bringen die Konstellationen einer Art Lebenstrieb (Eros – S. Freud) oder einer Art Selbstheilungsarchetypus (C.G. Jung) einen normalen, aber entsprechend eingestellten Menschen in einen hypnotisch veränderten, außergewöhnlichen Bewusstseinszustand (M.E. Erickson), der schließlich in die psychogene Heilung mündet. Diese exorbitant positive, entspannte (bewusste) Erwartungshaltung treibt den hoffnungsvollen Menschen in eine (unbewusste) salutogenetische Nestsituation, die charakterisiert ist durch Gefühle von Möglichkeit, Tatkraft, Hoffnung und emotionaler Beziehung, was ihn zusätzlich motiviert. Der Placebo-Effekt ist wohl der am besten bekannten Ausdruck einer Nestsituation.

Literatur

Schmid, GB (2018) Selbstheilung stärken: Wie Sie durch Vorstellungskraft Ihre Gesundheit optimieren. Springer, Heidelberg

Schmid GB (2009) Tod durch Vorstellungskraft: Das Geheimnis psychogener Todesfälle (2. ed.). Springer, Wien

Schmid GB (2010) Selbstheilung durch Vorstellungskraft (1. ed.). Springer, Wien

Seminarinformationen kompakt


Titel

Vortragender

Bewusstseinsmedizin: Die Macht der Vorstellung über Gesundheit und Krankheit

Gary BrunoSchmid, Ph.D.


Datum

18. und 19. September 2020


Zeiten

Freitag 14-20 Uhr, Samstag 9-17.30 Uhr (16 EH)


Ort

MEGA, Löwengasse 3/2, 1030 Wien


Kosten

€ 335,- Nicht-Mitglieder, € 290,- Mitglieder


Teilnehmende

Offenes Seminar


Anmeldeschluss

17. September 2020


Storno

Stornierung bis spätestens zehn Tage (Maileingangsdatum) vor Seminarbeginn kostenlos, neun Tagen bis 1 Tag (Maileingangsdatum) vor Seminarbeginn sind 50% der Seminargebühren zu bezahlen, bei Stornierung am Tag des Seminars gibt es keine Rückerstattung



Seminaradresse

Löwengasse 3, 1030 Wien,Austria

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