Beobachtbare Indikatoren:

  • Erniedrigung von Tonus, Herzrate und Blutdruck;
  • Dilatation der Gefäße;
  • Regelmäßigere und langsamere Atmung;
  • Geringere Ansprechbarkeit und Frequenz von Blink- und Schluckreflex (verminderte Schreckreaktion);
  • Ideomotorische Reaktionen (Chevreulscher Pendelversuch);
  • Veränderte Innervation von Beuger und Strecker (Levitation, Katalepsie);
  • Lidschluß oder Defokussierung der Augen;
  • Immobilität und “Sprechfaulheit”, u.a.

Subjektive Indikatoren:

  • Körperliche Entspannung bei gleichzeitiger mentaler Wachheit;
  • Lebhafte Vorstellung (Imagination, Halluzination);
  • Verringerung der externen Wahrnehmung (Tunnelvision);
  • Entfremdungsempfinden vom eigenen Körper (hypnotische Analgesie);
  • Zeitverzerrung (in der Regel Verkürzung um etwa 50%);
  • Gleichgültigkeit oder Amüsiertheit (über den Trancezustand);
  • Amnesie (für Tranceinhalte)

In diesem Zustand liegt eine veränderte mentale Verarbeitung vor, die durch ein geringeres Bedürfnis nach Realitätsprüfung, geringere Bedeutung logischer Kategorien, wortwörtliche Interpretation der Sprache, verstärkte Tendenz zu Visualisierung und Fähigkeit zur Abspaltung von Wahrnehmungen und mentalen Inhalten (Dissoziation) charakterisiert ist.

Diese Bedingungen können therapeutisch genutzt werden, denn sie bieten die Voraussetzung für einen freieren Umgang mit Assoziationen und ichsyntonen Suggestionen. Der Klient ist eher als im Alltag dazu in der Lage, Sichtweisen umzustrukturieren, mit Ressourcen kreativ umzugehen, überwertige Affekte zu dissoziieren, Schmerzen zu bewältigen, Vorstellungen zu reaktivieren, psychosomatische Reaktionen zu beeinflussen (insbesondere solche, die durch Zirkulation vermittelt werden). Daraus ergeben sich eine Reihe von therapeutischen Anwendungen sowohl im psychoneurotischen wie im psychosomatischen Bereich.

Autoren:
Dirk Revenstorf, Dr.rer.soc., Dipl.-Psych., unter Mitarbeit von
Dipl.-Psych. Uwe Prudlo, Psychologisches Institut der Universität Tübingen
Juni 1993